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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>14. Dec 2011 20:38

Armutsprofiteure (Deutsche Mikrokredite als Schuldenfalle)


Newsletter vom 14.12.2011 - Armutsprofiteure

BERLIN (Eigener Bericht) - Wirtschaftswissenschaftler üben scharfe
Kritik an der auch von Berlin unterstützten Vergabe sogenannter
Mikrokredite an die Armutsbevölkerung in Ländern der "Dritten Welt".
Die Darlehen, die offiziell dazu dienen sollen, verarmten
Bevölkerungsteilen beim Aufbau einer eigenständigen Existenzgrundlage
zu helfen, trieben einen Großteil ihrer Empfänger nur noch weiter in
die Verelendung, bestätigt ein Ökonom aus Bangladesch. Eine aktuelle
Buchpublikation beschreibt diese Entwicklung anhand von Beispielen vor
allem aus Bangladesch und Indien, den Hochburgen des
Mikrofinanzsystems. Dabei wird das weltweite Geschäft mit
Mikrokrediten von den westlichen Industrienationen weiterhin stark
gefördert. Gut 60 Milliarden US-Dollar befinden sich derzeit als
Kleinstkredite in aller Welt im Umlauf - zum Vorteil der Kreditgeber,
die von den teils exzessiven Zinssätzen profitieren. Deutschland nimmt
im Kreditgeschäft mit der Armut eine prominente Rolle ein - vor allem
über die bundeseigene Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), die nach
eigenen Angaben mit einem Portfolio von 2,3 Milliarden Euro zu den
weltweit größten Finanziers im Mikrofinanzsektor gehört.

mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58223

Rezension: Gerhard Klas: Die Mikrofinanz-Industrie. Die große Illusion
oder das Geschäft mit der Armut, Berlin/Hamburg 2011 (Assoziation A)

Eine ungebrochene Erfolgsgeschichte sei das Geschäft mit Mikrokrediten
an verarmte, zumeist auf dem Land lebende Bevölkerungsteile in den
sogenannten Entwicklungsländern, ist in den westlichen
Industriestaaten, bei internationalen Kapitalfonds und Banken immer
wieder zu hören. Tatsächlich boomt das Geschäft: Rund 60 Milliarden
US-Dollar befinden sich derzeit weltweit als Kleinstkredite im Umlauf.
Ihre Verfechter preisen sie als eine neue und effizientere Form der
Entwicklungshilfe, als "Hilfe zur Selbsthilfe". Durch Mikrokredite
würden die Kreditnehmer, deren Zahl sich auf mehr als 100 Millionen
weltweit beläuft, in die Lage versetzt, zum Kleinunternehmer
aufzusteigen. In seiner Studie "Die Mikrofinanz-Industrie" untersucht
der Journalist Gerhard Klas, was hinter dem System der Mikrokredite
steckt - und wie es um den Wahrheitsgehalt der mit großer
Regelmäßigkeit zu hörenden Lobeshymnen auf die Kleinstdarlehen
bestellt ist.

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http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58222


mehr
http://www.german-foreign-policy.com/de/fulltext/58223
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