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Auswahl: [Menschenrechte Europa]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>15. Jun 2009 22:37

Serbien und Kosovo: 10 Jahre Kriegsende, 10 Jahre Ungewissheit, 10 Jahre Straflosigkeit


Serbien und Kosovo: 10 Jahre Kriegsende, 10 Jahre Ungewissheit, 10 Jahre Straflosigkeit

08. Juni 2009 - Zehn Jahre nach Ende des Kosovo-Krieges warten immer noch rund 1.900 Familien im Kosovo und in Serbien auf Gewissheit über das Schicksal ihrer Angehörigen. Wie ein heute veröffentlichter Bericht von Amnesty International zeigt, haben die Behörden Serbiens wie des Kosovos versagt, Kriegsverbrechen, insbesondere das Verschwindenlassen, angemessen aufzuarbeiten. Das hat zu einer de-facto- Straflosigkeit für die Verbrechen des Kosovo-Krieges geführt. Amnesty International fordert die Behörden in Serbien und Kosovo und die Mission der Europäischen Union im Kosovo EULEX auf, Untersuchungen der Fälle von Verschwindenlassen während des Krieges wirksam zu unterstützen.

Da es keine wirksamen Zeugenschutzprogramme gibt, trauen sich potentielle Zeugen nicht, auszusagen. Machthaber zu Kriegszeiten verfügen weiterhin über großen Einfluss in ihren Gebieten. Das gilt für serbische Polizeioffiziere wie für Führer der Befreiungsarmee der Kosovo (UCK).

Im Verlauf des Konflikts vor zehn Jahren verschwanden mehr als 3.000 Albaner sowie etwa 800 Serben, Roma und Angehörige anderer Minderheiten im Kosovo.

1999 und 2000 befragte Amnesty International die Angehörigen von Vermissten aller Konfliktparteien. In diesem Jahr ist Amnesty erneut nach Serbien und in den Kosovo gefahren und hat dieselben Personen befragt, um herauszufinden, was in der Zwischenzeit geschehen ist. Das Ergebnis ist niederschmetternd: Obwohl die Leichen von etwa der Hälfte der Verschwundenen aufgefunden wurden, laufen in nur wenigen Fällen offizielle Ermittlungen. Bis heute sind nur wenige Täter vor Gericht gebracht worden.

Den Bericht "Burying the Past: Impuntiy for enforced disappearances and abductions in Kosovo" (82 S., Englisch) können Sie über die Amnesty-Pressestelle beziehen (pdf-Dokument).

Für Interviews steht die Balkan-Researcherin der Londoner Zentrale von Amnesty International, Sian Jones, zur Verfügung (Englisch).

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