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Auswahl: [Menschenrechte Europa]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>10. Oct 2011 20:30

Keine Todesstrafe in Europa


Hallo,

am 19. März 2010 wollte die Mutter von Andrei Zhuk im Gefängnis von Minsk
ein Paket mit Lebensmitteln für ihren Sohn abgeben. Doch die Beamten
wiesen sie ab und teilten ihr mit, ihr zum Tode verurteilter Sohn sei
"verlegt" worden. Man sagte ihr, sie solle ihren Sohn nicht mehr
besuchen. Drei Tage später erfuhr sie von Gefängnismitarbeitern, dass ihr
Sohn erschossen worden war.

Heute, am Internationalen Tag gegen die Todesstrafe, erinnern wir daran,
dass die Todesstrafe auch in Europa noch immer nicht besiegt ist.
Weißrussland (Belarus) ist der letzte Staat auf unserem Kontinent, der
nach wie vor die Todesstrafe verhängt und vollstreckt. Seit der
Unabhängigkeit im Jahr 1991 sollen etwa 400 Personen zum Tode verurteilt
und hingerichtet worden sein.

Helfen Sie dabei, den Hinrichtungen in Weißrussland ein Ende zu setzen.

Fordern Sie jetzt ein Ende der Todesstrafe in Weißrussland. Klicken Sie hier
und unterzeichnen Sie die Petition:

http://www.amnesty.de/todesstrafe

Das Risiko, jemanden unschuldig hinzurichten, ist in Weißrussland
besonders hoch, da das Justizsystem schwere Mängel aufweist. Prozesse
finden oft unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. "Geständnisse"
werden zum Teil unter Folter und Misshandlung erzwungen.

Die Vollstreckung eines Todesurteils erfolgt in der Regel innerhalb von
sechs Monaten nach Verhängung der Strafe. Todeskandidaten werden erst
direkt vor der Hinrichtung darüber informiert. Daher müssen sie ständig
damit rechnen, zur Hinrichtung abgeholt zu werden. Es bleibt ihnen keine
Gelegenheit, sich von ihren Nächsten zu verabschieden.

Der Körper des Hingerichteten wird der Familie nicht übergeben. Eltern
und Geschwister erfahren oft erst nach der Exekution vom Tod ihres
Angehörigen, der Bestattungsort wird ihnen aber nicht mitgeteilt. Auch
Andreis Mutter sucht noch immer auf den Friedhöfen nach dem Grab ihres
Sohnes.

Fordern Sie die Abschaffung der Todesstrafe in Weißrussland.
Unterschreiben Sie jetzt die Petition an den belarussischen Präsidenten:
http://www.amnesty.de/todesstrafe

Amnesty International, das nichtstaatliche weißrussische
Menschenrechtszentrum "Viasna" sowie das "Helsinki Komitee" in Minsk
lehnen die Todesstrafe ohne Ausnahme ab, denn sie verletzt das Recht auf
Leben und ist eine grausame, unmenschliche und erniedrigende Strafe.
Gemeinsam und mit Ihrer Unterstützung wollen wir bis zum Tag der
Menschenrechte am 10. Dezember weltweit 100.000 Unterschriften sammeln,
die dann der Regierung in Minsk übergeben werden.


Vielen Dank für Ihren Einsatz,
Ihr Kampagnen-Team bei Amnesty International


P.S.: Fallen Ihnen drei Freunde ein, die Interesse an dieser Aktion haben
könnten? Wenn ja, leiten Sie diese E-Mail einfach an sie weiter.

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