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Auswahl: [Der Rabe Ralf]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>23. Aug 2008 01:04

Debatte ueber Veolia: Ist Sponsoring kontrollierbar?


Wasserbegehren

GRÜNE LIGA und Veolia

Letzte Woche habe ich endlich das Volksbegehren gegen die Teilprivatisierung der Berliner Wasserbetriebe unterschrieben. Eigentlich wollte ich das schon viel früher machen, aber ausgerechnet die GRÜNE LIGA selbst hat mich zweifeln lassen. Zwar steht sie beim Volksbegehren in der ersten Reihe, aber als ich mich genauer über die Privatisierung informieren wollte, fand ich auf ihren Internetseiten sehr widersprüchliche Dinge.

Einerseits las ich in mehreren RABE-RALF-Artikeln, dass die Wasserbetriebe zu knapp 25 Prozent dem Veolia-Konzern gehören. Das Volksbegehren richtet sich gegen die dubiosen Geheimverträge von Veolia Wasser und RWE mit dem Senat. Wie es heißt, geben diese Geheimverträge den beiden Konzernen eine ungewöhnlich hohe Renditegarantie. Seit der Teilprivatisierung wurden Investitionen zurückgefahren, Stellen gestrichen und der Wasserpreis erhöht.

Andererseits weiß die GRÜNE LIGA nur Gutes über den Konzern zu berichten. Veolia war Förderer des Netzwerk21-Kongresses für lokale Nachhaltigkeitsinitiativen, den die Grüne Liga im vergangenen September organisiert hat. Der Chef von Veolia Wasser hielt auf dem Kongress ein Einführungsreferat. Außerdem wurde der Nachhaltigkeitspreis "ZeitzeicheN" verliehen. Neben 5000 Euro Preisgeld von Veolia und der Gasag erhalten die Preisträger "projektbezogene Beratung von Veolia Wasser" - was immer das bedeuten mag. Und der Pressechef von Veolia Wasser hielt eine Laudatio.

Das las ich auf der Internetseite der GRÜNEN LIGA Berlin und auf der ebenfalls von ihr verantworteten Webseite des Kongresses. Veolia Wasser bezeichnet sich auf seiner eigenen Internetseite sogar als Hauptsponsor. Nun frage ich mich: Ist die GRÜNE LIGA so clever, dass sie ihr Volksbegehren gegen Veolia auch noch von Veolia selbst finanzieren lässt? Oder hilft sie mit, das eigene Volksbegehren von einer noch clevereren Veolia-Imagewerbung kaputtmachen zu lassen?

Von jetzt an soll es übrigens jedes Jahr einen Netzwerk21-Folgekongress geben. Nächstes Jahr findet er im sächsischen Leipzig statt, wo Veolia Wasser seinen Sitz hat. Veolia soll auch wieder Sponsor sein. Bleibt zu hoffen, dass die GRÜNE LIGA dort clever genug ist.

Göran Herbst
Berlin-Prenzlauer Berg

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Kommentar

In Berlin war die GRÜNE LIGA die zentrale Sammelstelle für die Initiative "Wir Berliner wollen unser Wasser zurück". Sie trägt auch das Volksbegehren, das die Offenlegung der Privatisierungsverträge der Berliner Wasserbetriebe fordert, inhaltlich voll mit. Zu den positiven Begleiterscheinungen der Privatisierung der Berliner Wasserbetriebe gehört die Unterstützung des Kompetenzzentrums Wasser durch private Betreiber und die Förderung von gemeinnützigen Projekten durch die Veolia-Stiftung.

Der Wasserbereich von Veolia bemüht sich seit einiger Zeit um ein verbessertes Image, hat einen eigenen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt und diesen auch mit Umweltverbänden diskutiert. Ich denke es lohnt herauszufinden, ob dahinter mehr steckt als ein blau-grünes Deckmäntelchen. Wir kritisieren nicht den Konzern an sich, sondern die Geheimhaltung der Verträge und die hohen Renditegarantien.

Michael Bender

Michael Bender ist Leiter der Bundeskontaktstelle Wasser der GRÜNEN LIGA. Er gehört zu den Trägern des Berliner Wasser-Volksbegehrens.


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DER RABE RALF - Die Berliner Umweltzeitung - Februar/März 2008 - Prenzlauer Allee 230 - 10405 Berlin - Tel. 030 / 44339147
raberalf ät grueneliga.de - www.grueneliga-berlin.de/raberalf
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