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Auswahl: [Der Rabe Ralf]
DNR Matthias Bauer <matthias.bauer ät dnr.de>22. Aug 2008 23:38

***DER RABE RALF - Ein Blick hinter die Kulissen


Wie der RABE RALF flügge wird

Ein Blick hinter die Kulissen

Von Oliver Nowak

Alle zwei Monate flattert dem geneigten Leser der RABE RALF auf die eine oder andere Art ins Haus. Viele haben ihn abonniert, andere finden ihn etwa in Bibliotheken, Bioläden, Gemeindezentren oder Infoständen der GRÜNEN LIGA Berlin. Dass hinter dem viel beachteten Vogel eine Menge Arbeit steckt, wird den Lesern sicher klar sein. Doch wie genau wird der RABE RALF flügge? An dieser Stelle soll den vielen Freunden unserer Umweltzeitung ein Blick hinter die Kulissen ermöglicht werden - eine Art "Making of RABE RALF" also.

Zunächst. beginnt die Raben-Planung mit einer Redaktionssitzung - der "Eisprung" gewissermaßen. Die Redakteure und Praktikanten setzen sich zusammen und versuchen, sich gegenseitig mit brillanten Ideen zu übertrumpfen, welche Themen und Artikel für die Leserschaft interessant sein könnten. Da unser Redaktionsteam allerdings recht überschaubar ist und wir nicht alle Recherche- und Schreibarbeit allein bewältigen können, sind wir trotz unseres eigenen Arbeitseifers auf die tatkräftige Hilfe vieler ehrenamtlicher Schreibfedern angewiesen. So sind wir immer sehr dankbar, dass regelmäßig Beiträge von engagierten Lesern eintrudeln. Darüber hinaus stellen uns auch hauptberufliche Journalisten oder Redakteure anderer (Umwelt-) Zeitschriften ihre Artikel zur Verfügung. Außerdem können eventuelle Lücken in der Raben-Planung durch die täglich massenweise eintreffenden Pressemeldungen aufgefüllt werden. 100 bis 150 E-Mails, Faxe und Briefe erreichen den RABEN RALF jeden Tag - von so unterschiedlichen Absendern wie dem Brandenburgischen Landwirtschaftsministerium oder Vogelschutzvereinen bis hin zu NGOs (Nichtregierungs-Organisationen) und Graswurzelaktivisten unterschiedlichster Couleur.

Liberté, legalité, fraternité für die Redakteure

Die Recherche und das eigentliche Schreiben des Artikels sind dann individuelle Sache eines jeden Redakteurs. Der Chef-Rabe und Schreiber dieser Zeilen zwingt niemanden, über ein Thema in einer bestimmten Art und Weise zu schreiben. Es gibt keine Vorgaben oder Regeln, was geschrieben werden darf und was nicht. Da unser Team durchweg aus intelligenten und respektvollen Menschen besteht, denen jegliches ignorante oder populistische Gedankengut fremd ist, funktioniert dies auch sehr gut. Darum ist auch jeder Artikel namentlich gekennzeichnet, denn die Redakteure sind für ihre Zeilen selbst verantwortlich.

Wenn die Beiträge fertig werden, beginnt die große Arbeit unserer Raben-Grafikerin Evelin Bulling. In oftmals mühseliger Kleinarbeit stellt sie die Texte auf die zunächst noch virtuellen Raben-Seiten, bearbeitet Fotos und Bilder und bringt die Anzeigen unter. Sobald die ersten Seiten gefüllt sind, sich trotz mehrmaligen Gegenlesens noch immer wieder orthographische und grammatische Fäler in den RABEN RALF einschleichen, ist unserem Team äußerst peinlich und versetzt unserem journalistischen Stolz jedes Mal einen empfindlichen Schlag! Umso mehr ist uns dies Ansporn, in Zukunft noch genauer hinzuschauen.

Großer Augenblick: RABE RALF pickt sich aus dem Ei

Sobald sich die versammelte Redaktion des RABEN RALF davon überzeugt hat, dass die virtuellen Seiten auf Evelins Bildschirm endgültig fertig sind und den hohen eigenen Qualitätsmaßstäben - dem sogenannten "Raben-Siegel" - genügen, werden die Daten über ein Netzwerk an die Druckerei gesandt. Dann beginnt eine zwei- bis dreitägige Wartezeit, welche die Redakteure für gewöhnlich damit verbringen, Bleistifte und Kugelschreiber unter monströsen Papierbergen freizulegen, die sich in den vergangenen Wochen auf geheimnisvolle Art und Weise auf den Schreibtischen abgelagert haben.

Wenn die Druckerei den vereinbarten Termin einhält, dauert es nicht lange, bis der frisch aus dem Ei gepellte RABE RALF in zusammengeschnürten Paketen die Redaktion erreicht. Nach ritualisierten Freudengesten - von Außenstehenden meist als banales Händeschütteln missverstanden - stürzen sich die Redakteure auf die Zeitungen, mustern misstrauisch druckbedingte Farbabweichungen und blättern selig grinsend durch die neue Ausgabe. Doch damit ist die Raben-Arbeit noch lange nicht getan. In einem mehrtägigen Sortier-Marathon werden dem RABEN RALF nun noch diverse Einleger und Flug- oder Infoblätter beigelegt. Mit monotonen Handgriffen werden sie oft in jedes einzelne Exemplar einsortiert - bei einer Auflage von 11.000 Stück begreiflicherweise eine äußerst zeit- und nervenaufreibende Tätigkeit, zu der sämtliche Mitarbeiter des RABEN RALF und der GRÜNEN LIGA gezwungen werden, soweit sie sich nicht rechtzeitig in Arzttermine flüchten können. Doch nichts ist einem gestandenen Raben-Redakteur unmöglich, um seinen Zögling komplett ausgerüstet auf den Flug zu schicken!

RABE RALF auf Jungfernflug

Damit der beginnen kann, ist allerdings noch eine weitere kaum beneidenswerte Arbeit vonnöten: die Vorbereitung des Versandes. Dazu müssen die Raben mühsam abgezählt, mit Adressaufklebern versehen und in Pressepostpaketen verschnürt werden. Die gehen dann nach Postleitzahlen geordnet in mehreren Dutzend gelben Postkisten auf große Tour. Per Mietwagen werden sie zur Postgroßannahmestelle in Tempelhof und zum Senatsverteiler nach Charlottenburg gebracht, von wo aus die Rabenpost in kürzester Zeit ihre hoffentlich schon sehnsüchtig wartenden Leser erreicht.

Dies ist allerdings nur ein Teil der Zeitungen. Einer noch größeren Anzahl von Raben wird die Ehre zuteil, von den Redaktionsmitarbeitern und vielen ehrenamtlichen Helfern persönlich an Bioläden, Cafés und Hochschulen verteilt zu werden. In mehrtägigen Touren per Rad, per pedes oder mit den öffentlichen Verkehrsmitteln eilen die Verteiler emsig durch die Straßen der Hauptstadt, um alle Stadtteile mit Raben zu versorgen. Die fleißigsten ehrenamtlichen Austräger wie Britta Spoo und Mario Korte bringen dabei mehrere hundert Exemplare an den Mann oder die Frau! Allen Helfern gilt an dieser Stelle unser herzlichster Dank und Respekt - ohne sie könnte der RABE RALF in dieser Form nicht erscheinen.

Zu guter Letzt sind es dann natürlich die Leser selbst, die mit ihren vielen Anregungen, Tipps und kritischen Kommentaren in Form von E-Mails, Leserbriefen, Postkarten und Anrufen sicherstellen, dass die Redaktion mit der Leserschaft auf Tuchfühlung bleibt. So können wir unsere Arbeit anhand von Lob und Kritik besser einschätzen und wissen, was die Leser interessiert und bewegt.

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DER RABE RALF - Die Berliner Umweltzeitung - April/Mai 2008 - Prenzlauer Allee 230 - 10405 Berlin - Tel. 030 / 44339147
raberalf ät grueneliga.de - www.grueneliga-berlin.de/raberalf
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