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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>2. May 2010 20:35

[IPK] Zu Angriffen auf Transgendered / Intersexed

Vierte Internationale:
Zu Angriffen auf Transgendered / Intersexed
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Resolution des 16. Weltkongresses der IV. Internationale, Februar 2010


Wie es in dem Dokument "Die Frauen und die Zivilisationskrise" [1] heißt,
ist die zunehmende generelle Gewalt wie auch die Gewalt gegen die besonders
Unterdrückten ein zwangsläufiger Bestandteil des Spätkapitalismus und ganz
besonders seiner aktuellen Systemkrise. Die IV. Internationale und ihre
Sektionen werden als Teil ihrer allgemeinen Propagandaarbeit klar machen,
dass es erforderlich ist, dagegen anzugehen, dass die Unterdrückten zu
Sündenböcken der Krise gemacht werden.

In der Resolution des Weltkongresses von 2003 zur Lesben- und
Schwulenbefreiung ist ausgeführt worden: "Tausende Transgender, die nicht in
der Lage oder nicht willens sind, sich in gesellschaftlich anerkannte
Familien einzufügen, und die außerstande oder nicht bereit sind, als
'saubere Männer' oder 'saubere Frauen' zu leben, (...) werden von
allgemeiner Verachtung und sogar tätlicher Gewalt getroffen." [2] Eine
neuere Untersuchung hat den Umfang dieser Gewalt gegen Trans- und Intersex-
Menschen offenbart, was als ein umfassender Angriff zu werten ist. Das
"Trans Murder Monitoring Project" [3] berichtet über mehr als 200 Morde an
Trans-Personen im Jahr 2008 und genauso viele allein im ersten Halbjahr 2009
in Nordamerika, Lateinamerika, Europa, Afrika, Asien und Ozeanien. Die
Vierte Internationale und ihre Sektionen unterstützen Kampagnen, die sich
gegen diese barbarische Gewalt wenden, und treten dafür ein, dass diese
Fragen in breiteren Parteien, Gewerkschaften und fortschrittlichen
Bewegungen aufgegriffen werden. Gleichzeitig werden wir versuchen, enger mit
Trans- und LGBT-Organisationen zusammenzuarbeiten und AktivistInnen dieser
Organisationen dafür zu gewinnen, dass sie gegen das kapitalistische System
insgesamt kämpfen.

Wir werden weiterhin, wie schon in der Resolution von 2003 zum Ausdruck
gebracht, "Kampagnen unterstützen, die sich gegen psychiatrische
Definitionen der Homosexualität und des Transgenderismus als Krankheiten
wenden" und wir werden auch die aktuelle Kampagne unterstützen, die von dem
"International Trans Depathologization Network" [Internationales Netzwerk
für eine Entpathologisierung von Trans] initiiert wurde und die zum Ziel
hat, dass der Begriff "gender identity disorders"
[Geschlechtsidentitätsstörung] aus den internationalen Diagnose-Katalogen
gestrichen wird.


Aus dem Englischen übersetzt von Daniel Berger; die Anmerkungen wurden von
dem Übersetzer bzw. der Redaktion hinzugefügt.



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Aus: Inprekorr Nr. 462/463 (Internationale Pressekorrespondenz)
Nachdruck gegen Quellenangabe und Belegexemplar erwünscht
Bestellungen: Inprekorr, Hirtenstaller Weg 34, 25761 Büsum
E-Mail: vertrieb(at)inprekorr.de
Doppelheft: 4 EUR; Schnupperabo: Ein halbes Jahr für 10 EUR
Jahresabo: 20 EUR (Inland), 12 EUR (ermäßigt), E-Abo 50%
Artikel im CL-Datennetz: cl.medien.inprekorr
Artikel im Internet: http://inprekorr.de
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[1] Auf Deutsch in /Inprekorr/ Nr. 458/459 (Januar/Februar 2010).
[2] Auf Englisch zugänglich bei /International Viewpoint/: "On Lesbian/Gay
Liberation"[http://inprekorr.de/http://internationalviewpoint.org/
spip.php?article177]
[3] Im April 2009 startete die internationale Nichtregierungsorganisation
"Transgender Europe" (TGEU) in Zusammenarbeit mit der mehrsprachigen,
wissenschaftlichen Online-Zeitschrift /Liminalis -- Zeitschrift für
geschlechtliche Emanzipation und Widerstand/ ein neues Forschungsprojekt,
das die Beobachtung, Erfassung und Analyse von Berichten über Morde an
Trans-Personen in einem weltweiten Rahmen zum Gegenstand hat
(http://www.liminalis.de).
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