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DJ Chaoz <contraste ät online.de>7. Mar 2009 23:48

Subversive Klangwelten im Januar 2009

Aus CONTRASTE Nr. 292 (Januar 2009, Seite 2)

SUBVERSIVE KLANGWELTEN

V.A.: Roll your moneymaker.
Early Black Rock’n’Roll 1948-1958

Fragt man in Interviews aktuelle Rockmusiker nach ihren
Inspirationsquellen, taucht immer wieder der Name Elvis Presleys auf – dem
ungekrönten »King of Rock’n’Roll«. Er gilt bis heute für viele Musiker als
eine Ikone, die den Rock’n’Roll und den daraus entstandenen musikalischen
Strömungen Pate stand, und als ein unstrittiges musikalisches Vorbild. Sein
Erfolg verdankt er – neben seinem erotischen Hüftschwung und seiner
schmalzigen Stimme – nicht zuletzt auch seiner Hautfarbe, die es ihm
ermöglichte, ins Musiketablissement aufzusteigen... Neben ihm sind es aber
auch immer wieder die afro-amerikanischen Stars, wie z.B. Chuck Berry, die
Bands von den Rolling Stones bis hin zu AC/DC, maßgeblich beeinflusst
haben.

Den afro-amerikanischen Wurzeln des Rock’n’Roll, die sich im klassischen
Rhythm’n’Blues wiederfinden, wurden nun von dem amerikanischen
Musikjournalisten Jonathan Fischer in Form der vorliegenden Compilation ein
besonderes Denkmal gesetzt. Er hat die Größen des klassischen, schmutzigen
frühen Rock’n’Rolls aus der Periode 1948-1958 zusammengetragen. Darunter
finden sich Ike Turner, der der Legende nach 1951 mit »Rocket 88« das erste
Rock’n’Roll-Album der Welt aufnahm und mit seiner späteren Ehefrau Tina
Turner den Soul revolutionierte, und natürlich auch einer der
unbestrittenen Helden des Rock’n’Rolls – Chuck Berry (»Deep Feeling«), der
1986 das erste Mitglied in der »Rock’n’Roll Hall of Fame« wurde.

Es handelt sich bei den Songs größtenteils um Aufnahmen, die in der
damaligen Zeit auf kleinen Independend-Labels erschienen und wegen ihrer
schmutzigen, Whiskygeschwängerten Texte und des z.T. experimentellen
musikalischen Arrangements, in dem sich die Stilelemente von Country,
Hillbilly und Blues mit technischen Effekten wie Echos verbinden, für die
Mainstreamradiosender Amerikas weitgehendst nicht spielbar waren. Erst mit
dem legendären Radio-DJ Alan Freed wurde diese Musik Anfang der 50er Jahre
auch dem weißen Teenie-Publikum zugänglich gemacht. Ergänzt wird diese
Mischung durch ein umfangreiches, zweisprachiges Booklet. Diese Mischung
ist es aber, die diese Art des Rock’n’Rolls unsterblich machte und auch
heute eine ungeheure Energie ausstrahlt. In diesem Sinne – »it’s just
Rock’n’Roll, but we love it!«

DJ Chaoz

V.A.: Roll your moneymaker. Early Black Rock’n’Roll 1948-1958 (Trikont
Verlag / Indigo) Zu beziehen u.a. direkt über: www.trikont.de

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