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Katja Grabert <contraste ät online.de>21. Jan 2012 21:25

Netzwerk News: »Teilhabe« in Berlin

Aus CONTRASTE Nr. 314 (November 2010, Seite 4)

NETZWERK NEWS

Fördern – Vernetzen – Unterstützen

Netzwerk Selbsthilfe e.V. als staatlich unabhängiger politischer
Förderfonds ist mit seiner Idee seit nunmehr 30 Jahren einzigartig. Sie
wird auf drei Wegen umgesetzt. Direkte finanzielle Förderung durch einen
Zuschuss, persönliche und individuelle Beratung sowie Vernetzung von
politischen Projekten. Wir brauchen UnterstützerInnen und SpenderInnen,
damit das Entstehen und Überleben vieler kleiner politischer, sozialer und
alternativer Projekte möglich bleibt!

»Teilhabe« in Berlin

Zusammenbringen von organisierten und unorganisierten Erwerbslosen

Erwerbslosenarbeit ist politisch, weil allein ihre Notwendigkeit
anklagenden Charakter hat. In Berlin engagieren sich Betroffene und Aktive
in mehreren Erwerbsloseninitiativen. Eine davon ist der Verein »Teilhabe«,
der in der Vergangenheit unterschiedlichste Projekte zu den Themen
Erwerbslosigkeit, Armut, Gesundheit, Arbeit und Alltag organisiert hat. Die
Aktiven wollen eine gerechte Gesellschaft, in der die zunehmende Spaltung
zwischen Arm und Reich überwunden wird. Eine von Existenzdruck befreite
Gesellschaft ist ihre Vision. Sie beteiligen sich an einer
gesellschaftlichen Debatte über die Zukunft der Arbeit, denn die
Arbeitsgesellschaft ist in eine Sackgasse geraten. Ein Schwerpunkt der
Arbeit ist, Organisierte und Unorganisierte zusammen zu bringen und Räume
zum Gedankenaustausch und für die Entwicklung von Ideen zu bieten.

Eine Möglichkeit zu Austausch und Beratung wird bei dem, seit 2004
wöchentlich im Erwerbslosentreffpunkt »Lunte« im Bezirk Neukölln,
stattfindenden Erwerbslosenfrühstück gegeben. Bei dem Frühstück geht es
neben den Fragen zum Arbeitslosengeldbezug und Mietproblemen auch um
weitergehende Fragen der persönlichen Lebenswegplanung und
Zukunftsperspektiven. Aber auch die gesellschaftlichen Ursachen und Folgen
längerer Erwerbslosigkeit werden untersucht und diskutiert.

Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben beinhaltet auch Bildung. Oftmals
geht es bei der Bildung von Erwerbslosen nur um die Verbesserung der
Vermittlungschancen. Bildung bedeutet aber mehr, es geht um
Handlungsoptionen für ein Leben mit Erwerbslosigkeit und zu deren
Überwindung. In Seminaren werden keine »Bewerbungstrainings« angeboten,
sondern konkrete Handlungsalternativen zum bisherigen Lebenslauf. Es wird
Teilhabe organisiert an Veranstaltungen und Seminaren, z.B. zu den Themen
globale Armut, Überflüssigkeit, Prekarität und Selbstausbeutung.

Der Verein betreibt darüber hinaus das Infoportal für Erwerbslose. Hier
gibt es ganz praktische Tipps zu Treffpunkten, Beratungsstellen, zur
Weiterbildung, zu Veranstaltungen, zu Lebensmittelausgaben und Sozialläden,
zum Stellenmarkt, zu Selbsthilfeeinrichtungen und vieles mehr in Berlin.
Darüber hinaus werden Informationen über Hartz IV, Proteste dagegen,
Armutsberichte und das Thema Soziale Frage und Rechtsextremismus
zusammengestellt.

Eine erfolgreiche politische Arbeit kann Ohnmachtserfahrungen
entgegenwirken und die Handlungsbereitschaft erhöhen. Sie kann auch Spaß
machen, sinnstiftend sein und das Selbstbewusstsein fördern, und
gelegentlich auch etwas bewirken.

Internet: www.teilhabe-berlin.de

Katja Grabert

Netzwerk Selbsthilfe e.V., Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin
www.netzwerk-selbsthilfe.de


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CONTRASTE ist die einzige überregionale Monatszeitung für
Selbstorganisation. CONTRASTE dient den Bewegungen als monatliches
Sprachrohr und Diskussionsforum.

Entgegen dem herrschenden Zeitgeist, der sich in allen Lebensbereichen
breit macht, wird hier regelmäßig aus dem Land der gelebten Utopien
berichtet: über Arbeiten ohne ChefIn für ein selbstbestimmtes Leben,
alternatives Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
Neugründungen von Projekten, Kultur von "unten" und viele andere
selbstorganisierte und selbstverwaltete Zusammenhänge.

Des weiteren gibt es einen Projekte- und Stellenmarkt, nützliche Infos
über Seminare, Veranstaltungen und Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

CONTRASTE ist so buntgemischt wie die Bewegungen selbst und ein Spiegel
dieser Vielfalt. Die Auswahl der monatlichen Berichte, Diskussionen und
Dokumentationen erfolgt undogmatisch und unabhängig. Die RedakteurInnen
sind selbst in den unterschiedlichsten Bewegungen aktiv und arbeiten
ehrenamtlich und aus Engagement.

Die Printausgabe der CONTRASTE erscheint 11mal im Jahr und kostet im
Abonnement 45 EUR. Wer CONTRASTE erstmal kennenlernen will, kann gegen
Voreinsendung von 5 EUR in Briefmarken oder als Schein, ein dreimonatiges
Schnupperabo bestellen. Dieses läuft ohne gesonderte Kündigung automatisch
aus.
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