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Roman Schweidlenka <contraste ät online.de>6. Jan 2012 12:53

Der politische Krimi

Aus CONTRASTE Nr. 313 (Oktober 2010, Seite 5)

SERIE

Der politische Krimi

Eine alle drei Monate erscheinende CONTRASTE-Serie für alle, die neben
politischen Aktionen und alternativem, selbstverwaltetem Leben, Krimis
lesen wollen.

Von Roman Schweidlenka # Ein hoch gelobtes, intensiv bejubeltes Buch.
Immerhin gewann das AutorInnengespann Bohnet – Pleitgen (Mutter plus Sohn)
2010 den Friedrich Glauer Preis für den besten Debüt-Kriminalroman. Ob zu
Recht, mag LeserIn letztlich selbst entscheiden.

Die Hauptfigur, eine Hamburger Physikstudentin namens Nikola Rührmann, hat
durchaus poltical correct lesbische Ambitionen und will die Liebe der sc
schönen, der wunderschönen Julia gewinnen. Was anfangs nicht so leicht ist.
Erst als die Verliebte erfährt, dass Julias Freund einem grauenvollen
Verkehrsunfall erlegen ist, der in bester Krimimanier natürlich Mord war,
kann sie sich Julia nähern, indem sie sich als kostenlose Privatdetektivin
nützlich macht. Der Start der Story ist langsam, gut ein Viertel der Seiten
windet sich der Roman nicht immer flott durch studentische
Milieuschilderungen, um dann aber an Spannung zuzulegen, die fast immer
durchgehalten wird.

Die Hausbesetzerszene, verwoben mit schwarzem Block und allem, was links
gut und trendy war – der Roman spielt 1989 (remember...) – erscheint als
Kulisse, die stellenweise durch die Schilderung von Hamburger Szenenkneipen
und einer Demo etwas Farbe und Profil gewinnt. Die Story ist einfach:
Hausbesetzer findet in besetztem Haus belastendes Material: Firma
verschiebt Giftmüll, ist kriminell, tötet den Aufdecker, der sich als
Erpresser versuchte. Endlich gelingt es Nikola, mit Julia in das Bett zu
hüpfen, doch bald wendet sich diese von ihr entrüstet ab, ist doch Nikola
selbst
höchst egoistischen, politisch durchaus nicht korrekten Egogelüsten
erlegen: Sie wandelte, erfolgreich, in erpresserischen Spuren und kotzte
der ganzen weltverbessernden Politszene damit vor die Beine.

Wer nicht aus Hamburg und Umgebung kommt: Durch die Verwendung von
Dialektpassagen ist das Buch nicht für jedermann/frau immer lesbar. Aber
macht nichts! Einfach drüberlesen oder entsprechende Passagen
ausschneiden.

Bohnet/Pleitgen: Freitags isst man Fisch, Ariadne Kriminalroman, Hamburg
2009


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CONTRASTE ist die einzige überregionale Monatszeitung für
Selbstorganisation. CONTRASTE dient den Bewegungen als monatliches
Sprachrohr und Diskussionsforum.

Entgegen dem herrschenden Zeitgeist, der sich in allen Lebensbereichen
breit macht, wird hier regelmäßig aus dem Land der gelebten Utopien
berichtet: über Arbeiten ohne ChefIn für ein selbstbestimmtes Leben,
alternatives Wirtschaften gegen Ausbeutung von Menschen und Natur,
Neugründungen von Projekten, Kultur von "unten" und viele andere
selbstorganisierte und selbstverwaltete Zusammenhänge.

Des weiteren gibt es einen Projekte- und Stellenmarkt, nützliche Infos
über Seminare, Veranstaltungen und Neuerscheinungen auf dem Buchmarkt.

CONTRASTE ist so buntgemischt wie die Bewegungen selbst und ein Spiegel
dieser Vielfalt. Die Auswahl der monatlichen Berichte, Diskussionen und
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sind selbst in den unterschiedlichsten Bewegungen aktiv und arbeiten
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