die neue SiG: Empoerung weltweit: Krisen, Kriege, Rebellionen
Liebe Freunde von "Sand im Getriebe",
wir hatten schon mehrere Anfragen bekommenn, wann die neue SiG Nummer
endlich erscheint.
Hier ist sie nun, die erste Nummer nach den Sommerferien: wie immer als
PDF-Heft unter
http://www.attac.de/aktuell/attac-medien/sig/ . Dort kann man übrigens
auch Freunde und Bekannte für den Newsletter eintragen. Das Artikel-Angebot
steht - wie immer - in der Linkliste unter dem Vorwort.
Wie nicht anders zu erwarten liegt der Schwerpunkt diesmal auf der Bewegung
der Empörten weltweit, die nun gerade auch das Zentrum des Imperiums
ergriffen hat. ( Die "Berliner Zeitung" titelt heute "APO in den USA") und
am 15.10. vielleicht auch piratenhaft in deutschsprachigen Ländern Platz
greifen wird?
Als kleiner Service ganz unten einige SiG-Links zum Thema
"Griechenlands Bevölkerung gegen den Würgegriff der Troika"
Herbstlich bunte Grüße aus Berlin
schickt
im Namen der SiG-Redaktion
Peter Strotmann
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SiG92 - Vorwort -
Krisen - Kriege - Rebellionen
"Wir Bürger auf den Sol- und Syntagma- Plätzen drücken unsere Empörung aus
und laden alle Empörten ein, sich uns anzuschließen.Von den USA bis Brüssel,
von Griechenland bis Bolivien, von Spanien bis Tunesien verschärft sich die
Krise des Kapitalismus. Deren Verursacher wollen uns Maßnahmen für ihre
Überwindung aufzwingen: Private Finanzunternehmen erhalten staatliche
Gelder, während die Bürger dieser Länder zur Zahlung der Rechnung gezwungen
werden. Das führt uns noch stärker in die Krise, anstatt uns daraus zu
retten."
Die Herrschenden kriegen den Karren nicht flott, weil sie sich an die
Ursachen der Krisen nicht herantrauen. Attac-Österreich stellt dazu fest:
"Die wahren Ursachen der Krise sind nicht Sündenböcke wie "die faulen
Griechen" sondern die neoliberalen Konstruktionsfehler der EU:
"Deregulierte Finanzmärkte, ungleiche Vermögensverteilung, niedrige Löhne
sowie Steuerwettbewerb und Steuerflucht" gehören dazu." Fred Schmid (isw)
untersucht die Frage: "Wie der Metropolen-Kapitalismus pleite ging und wer
davon profitiert hat". Der Neoliberalismus hat eine dreifach Umverteilung
von unten nach oben erzwungen: das Lohnniveau wurde überall gesenkt, die
Steuern der Besserverdienenden wurden gesenkt und der gesamten Gesellschaft
wurde - mit der Aufblähung der Schuldenberge und den entsprechenden
Zinsforderungen -eine Tributzahlung an die Vermögensbesitzer aufgezwungen,
die zum Anstieg leistungsloser Einkommen an die Reichen und ganz Reichen
führte. "Die womöglich insgesamt bis zu 200 Milliarden an Steuergeldern für
die Griechenlandrettung kommen hauptsächlich den fünf Prozent reichsten
Familien zugute." Lucas Zeise sieht auch Chancen in dieser Krise.
"Angesichts des Ausmaßes der Staatsschuldenkrise wäre die Gelegenheit
günstig, die Politik aus der Umklammerung durch die Finanzmärkte zu
befreien. Ausgangspunkt könnte eine Umschuldung aller Staaten im Euro-Raum
sein... Finanzierungslücken müssten durch Sondersteuern auf hohe Vermögen
geschlossen werden" Das wäre auch ein Weg, um den gesamten Finanzsektor zu
reduzieren. Oscar Lafontaine präzisiert: Es gehe um die Abkoppelung der
Staaten von den Finanzmärkten, damit sich "Staaten außerhalb von
Finanzmärkten finanzieren können. damit nicht die Finanzmärkte das Schicksal
der europäischen Gesellschaften diktieren, sondern die Völker Europas
selbstbestimmt ihr Schicksal in die Hand nehmen."
Notwendig - aber nicht hinreichend - ist ein sofortiges Schuldenmoratorium
UND ein Schuldenaudit, um die illegitimen und verabscheuungswürdigen
Schulden festzustellen - deren Bezahlung abgelehnt wird wie z.B. in Ecuador
(Eric Toussaint). Erst durch ein solches Verfahren - und die erfolgreiche
Ablehnung jeglichen Diktats von IWF und Co. wird z.B. Tunesien den Spielraum
für einen selbstbestimmten ökonomischen Neuanfang gewinnen, der auf
politischer Ebene durch den Sturz Ben Alis ermöglicht wurde.
Die Verschuldung der Staaten hat auch die geopolitischen Strukturen
erheblich verändert. So sieht Noam Chomsky die USA, prozentual höher
verschuldet als Griechenland, im freien Fall. Ein chinesischer Autor, John
Gong stellt fest: "Die Geschichte der Verschuldung der USA ist die
Geschichte der Kriege der USA".
Attac Schweiz solidarisiert sich mit dem schwierigen Kampf der "Sans Papier"
um Legalisierung. ?Pierre Beaudet berichtet über neue Initiativen innerhalb
der Bewegung der Weltsozialforen. ?Alexis Passadakis zeigt in seinem Beitrag
"Ägypten, das Militär und die Klassenfrage", wie schwierig unter den neuen
Bedingungen der Kampf um eine neue Gesellschaft geworden ist. Mahmood
Mamdani warnt vor einer Rekolonisierung Afrikas durch die NATO und den
Westen. Tobias Pflüger, einer der Organisatoren der großen Protestbewegung
(2003) gegen den Irakkrieg, wundert sich, wie empörungsfrei - wohl auch in
der Attac-Bewegung - bisher die neuen Kriege des Westens hingenommen werden.
"Die NATO führt(e) einen Krieg gegen Libyen, und es blieb erstaunlich ruhig
in der bundesdeutschen Öffentlichkeit, aber auch der Antikriegs- und
Friedensbewegung. An was das wohl liegen mag?" Er weist nach, dass auch
Deutschland an diesem Krieg beteiligt war/ist. "Deutsche Konzerne und
Unternehmen sind derzeit dabei, sich ein wichtiges Stück am Kuchen des
Geschäftemachens mit dem "neuen" Libyen zu sichern." Im Dezember wollen der
kriegsführenden Regierungen auf einer zweite "Peterburger Konferenz" darüber
beraten, wie die "Vietnamisierung" des Afghanistan-Krieges erfolgreich
gestaltet werden kann. Aufgerufen wird zu einer großen Friedensdemo zur
Beendigung des 10-jährigen Afghanistan-Krieges.
Soviel Wut, Empörung allerorts, soviel Unruhe war selten. Zum 15. Oktober
haben die "Unduldsamen" in Griechenland und Spanien zu einem internationalen
Aktionstag aufgerufen, an dem sich auch Attac-Gruppen in vielen Städten
beteiligen. Ihr Aufruf endet mit der Forderung nach REALER DEMOKRATIE JETZT.
"Radíkale Umverteilung des Reichtums; Veränderung der Steuerpolitik, so dass
die hoch Vermögenden mehr zahlen: die Banken, das Kapital und die Kirche.Wir
wollen demokratische Bürgerkontrolle der Wirtschaft und der Produktion!"
Wir bedanken uns für die Übersetzungen durch die ehrenamtlichen
MitarbeiterInnen von coorditrad!
Coorditrad braucht noch Unterstützung!
> www.coorditrad.attac.org
Die Redaktion dieser Nummer: Marie-D. Vernhes und Peter Strotmann (Attac
Deutschland)
Online-Fassung: Barbara Waschmann (Attac Österreich)
Wir verschicken gedruckte Exemplare von .Sand im Getriebe. zum
Selbstkostenpreis Bestellung per Mail an sig-abo ät gmx.de Rechnungsbetrag
(inkl. Porto) einer Lieferung:1 Heft: 3 ., 2 Hefte: 4,50 ., 3 Hefte: 6 ., ab
10 Hefte: 1,50 . pro Heft Abonnement: 15 . für 6 Ausgaben.
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Sand im Getriebe (SiG) 92 (29.09.2011) Empörung weltweit
online-Index
%%% Empörung %%%
Aufruf der Plätze Puerta del Sol (Madrid) und Syntagma (Athen)
http://sandimgetriebe.attac.at/9698.html
15.10.2011 Vereint für weltweite Veränderungen!
http://sandimgetriebe.attac.at/9699.html
Der verwilderte Kapitalismus explodiert auf der Straße
David Harvey zu den Revolten in England
http://sandimgetriebe.attac.at/9700.html
Proteste in Griechenland und Chile
http://sandimgetriebe.attac.at/9701.html
Welchen Weg sollte das Weltsozialforum einschlagen?
Pierre Beaudet
http://sandimgetriebe.attac.at/9702.html
"Every day is a big day" - Ägypten, das Militär und die Klassenfrage
Alexis Passadakis
http://sandimgetriebe.attac.at/9703.html
In Marokko wird weiter demonstriert
http://sandimgetriebe.attac.at/9717.html
Aufnahme Palästinas in die UNO
http://sandimgetriebe.attac.at/9718.html
Gemeinsame Erklärung von Palästinensern und Israelis zur Unterstützung
der israelischen sozialen Proteste
http://sandimgetriebe.attac.at/9719.html
Tunesien: Schuldenaudit!
http://sandimgetriebe.attac.at/9720.html
Rechte für die Sans-Papiers!
Attac Schweiz
http://sandimgetriebe.attac.at/9721.html
Schiffe der Solidarität - das Sterben in Mittelmeer stoppen
http://sandimgetriebe.attac.at/9722.html
%%% Analysen %%%
Die neoliberalen Konstruktionsfehler der EU müssen beseitigt werden
Attac Österreich
http://sandimgetriebe.attac.at/9723.html
Chancen der EURO-Krise
Lucas Zeise
http://sandimgetriebe.attac.at/9724.html
Wie der Metropolen-Kapitalismus pleite ging und wer davon profitiert hat
Fred Schmid
http://sandimgetriebe.attac.at/9725.html
»Wir wollen die Demokratie retten«
Oskar Lafontaine
http://sandimgetriebe.attac.at/9726.html
Auch die illegitimen Schulden im Norden müssen annulliert werden!
Eric Toussaint
http://sandimgetriebe.attac.at/9727.html
%%% Imperialismus und Krieg %%%
Die USA im freien Fall
Noam Chomsky
http://sandimgetriebe.attac.at/9728.html
Die Geschichte der Verschuldung der USA ist die Geschichte der Kriege
der USA
John Gong / Shanghai Daily
http://sandimgetriebe.attac.at/9729.html
Was bedeutet Gaddafis Sturz für Afrika?
Mahmood Mamdani
http://sandimgetriebe.attac.at/9730.html
Der Krieg nebenan, der niemanden interessiert
Oder: Deutsche Waffen, deutsches Geld morden mit in aller Welt, auch
in Libyen
Tobias Pflüger
http://sandimgetriebe.attac.at/9731.html
Aufruf: Widerstand und Protest gegen "Petersberg II"
5. und 16. Oktober 2011 Aktionskonferenz in Bonn
http://sandimgetriebe.attac.at/9734.html
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P.S.:
Griechenlands Bevölkerung gegen den Würgegriff der Troika
Auswahl von Artikeln in Sand im Getriebe:
http://www.attac.de/aktuell/attac-medien/sig/
Wissenschaftlicher Beirat von Attac Deutschland : Griechenland, das Diktat
von IWF und EU und die deutsche Verantwortung, SiG 83
http://sandimgetriebe.attac.at/8859.html
T. Ali, S. Amin, Bisky, Chomsky, S. George, D. J. Halliday, Harribey, G.
Irvin, Khalfa, K. Loach, Massiah, Toussaint, Valente, Villalba, Weisbrot,
Ziegler u.v.m. :
Aufruf für eine Prüfungskommission zu den öffentlichen Schulden
Griechenlands
http://sandimgetriebe.attac.at/9381.html
Rick Wolff : Besteuerung der Reichen oder Anhäufung von Staatsschulden, SiG
83
http://sandimgetriebe.attac.at/8860.html
Stephan Lindner: Haircut ist nicht gleich Schuldenaudit
http://sandimgetriebe.attac.at/9621.html
Werner Rügemer: Treuhand darf kein Vorbild für Griechenland sein
http://sandimgetriebe.attac.at/9622.html
Weitere Artikel über Griechenland und den Euro in den Nummern 81, 82, 83,
85, 87, 88, 89, 90 und 91
Weitere Hinweise:
1. Deptocracy - Schuldkratie
ein griechischer Dokumentarfilm ?In Griechenland wurde der Dokumentarfilm
produziert. "Schuldkratie" sucht nach den Ursachen der Schuldenkrise und
schlägt Lösungen vor, die von der Regierung und den herrschenden Medien
verschwiegen werden.
mit verbesserten deutschen Untertiteln:
www.tlaxcala-int.org/article.asp?reference=5321
2. Broschüre von "Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen"
http://www.rosalux.de/publication/37617 geht ausführlich auf die Hetze
gegen die Griechen ein und widerlegt manches Vorurteil.
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http://www.suisse.attac.org/-rubrique18-
http://www.suisse.attac.org/Mitmachen-und-Kontakte,2415=