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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>20. Sep 2011 21:34

NABU und DNR: EU-Plan gegen Ressourcenverschwendung ist zu schwach


Gemeinsame Pressemitteilung

* Deutscher Naturschutzring, Dachverband der deutschen Natur- und
Umweltschutzverbände (DNR)
* Naturschutzbund Deutschland (NABU)

19. September 2011
Umwelt/Ressourcen/EU


NABU und DNR: EU-Plan gegen Ressourcenverschwendung ist zu schwach

Umweltverbände fordern von der Bundesregierung eine Vorreiterrolle

Berlin - NABU und Deutscher Naturschutzring (DNR) fordern die
Bundesregierung auf, sich in Brüssel für verbindliche Ziele einzusetzen,
um den Rohstoff- und Materialverbrauch zu senken. Der am 20.9.
veröffentlichte Ressourceneffizienz-Fahrplan der EU Kommission sei zu
schwach, kritisieren die Umweltverbände. "Wir müssen in Europa weniger
Rohstoffe und Materialien verbrauchen und mehr davon recyceln und
weiterverwenden, um nicht ständig auf Pump bei der Natur zu leben.
Deutschland sollte eine Vorreiterrolle bei der Ressourcenschonung
übernehmen und die EU-Kommission unterstützen, um konkrete Einsparziele
und Maßnahmen dafür in den EU-Mitgliedsstaaten zu verankern", fordert
DNR-Präsident Hubert Weinzierl.

"Die Schätze der Natur sind endlich. Viele Rohstoffe wachsen nicht nach;
was wir verbrauchen, ist weg. Um die Lebensgrundlagen der Menschen auch
für künftige Generationen zu erhalten, dürfen wir also nicht mehr
verbrauchen als nachwächst. Dafür sind auch Effizienzsteigerungen wichtig
und notwendig. Doch in der Güterproduktion Material effizienter zu nutzen
reicht nicht aus, um die vielfältigen Probleme der Übernutzung
natürlicher Ressourcen zu lösen. Vielmehr kommt es darauf an, den
absoluten Ressourcenverbrauch zu senken. Genau das muss sich die EU-
Politik aber zum Ziel setzen, vor allem in den Sektoren Bau, Verkehr,
Landwirtschaft und Konsumgüter", erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif
Miller. Deutschland hat nun zusammen mit den europäischen Partnern die
Chance zu zeigen, wie eine gemeinsame Ressourcenpolitik allen nutzt:
Unserer Umwelt und den Verbrauchern, denn langlebige Produkte schonen
sowohl Ressourcen als auch den Geldbeutel.

Deutschland entwickelt ebenso wie Frankreich und Finnland bereits ein
eigenes Programm zum Schutz der natürlichen Ressourcen (ProgRess). In
Deutschland gibt es durch die Erarbeitung von ProgRess und durch das
Forschungsprogramm "Materialeffizienz und Ressourcenschonung" (MaRess)
bereits ein umfangreiches ressourcenpolitisches Know-how, das an andere
EU-Staaten weitergegeben werden sollte. "Politik darf sich nicht darauf
ausruhen, nur freiwillige Bemühungen durch Förderprogramme zu
unterstützen. Wir brauchen darüber hinaus konkrete fiskal- und
ordnungspolitische Instrumente gegen die Verschwendung von Materialien,
Rohstoffen, Wasser und Fläche", betont NABU-Ressourcenexpertin Ulrike
Meinel.

Trotz der Kritikpunkte wird die Entwicklung des EU-Fahrplans positiv
gesehen. "Wir begrüßen den ganzheitlichen Ansatz des Fahrplans und den
Versuch, Ressourcenschonung in andere Politikbereiche zu integrieren. So
sollen der Abbau von umweltschädlichen Subventionen sowie ökologische
Steuerreformen vorangetrieben werden. Diesen Bestrebungen müssen dann
aber auch Taten folgen. Dabei sind nun die Mitgliedstaaten gefragt",
erklärt die Expertin für EU-Ressourcenpolitik Antje Mensen vom Deutschen
Naturschutzring.

Hintergrundinformation:

Die Europäische Umweltagentur hat vorgerechnet, dass jeder Bürger in der
EU jedes Jahr durchschnittlich 16 Tonnen natürliche Ressourcen
verbraucht. Für eine sozial und ökologisch nachhaltige Entwicklung dürfen
wir aber nicht mehr als 6 Tonnen Ressourcen etwa als Pflastersteine,
Stahlträger, Computer oder Düngemittel pro Jahr verbrauchen. Nur so
könnten wir sicherstellen, dass auch unsere Urenkel noch telefonieren und
sich fortbewegen können. Mit ihrem Ressourceneffizienz-Fahrplan setzt die
Europäische Union einen wichtigen Teil der Strategie "Europa 2020" um.
Die Frage, wie ein "Ressourcenschonendes Europa" erreicht werden kann,
ist eines von sieben politischen Kernthemen der EU bis 2020. Ziel ist es,
den Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum zu entkoppeln. Deswegen
müssen die natürlichen Ressourcen schonend und effizient genutzt werden,
dazu zählen Rohstoffe, Energie, Wasser und Fläche.

Für Rückfragen:
Ulrike Meinel, NABU-Ressourcenexpertin, Tel. 030 / 28 49 84-11 78
Antje Mensen, DNR-Expertin für EU-Ressourcenpolitik, Tel. 030 / 678 17 75-86

Im Internet zu finden unter www.NABU.de und www.DNR.de
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