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Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>9. Jan 2012 23:20

Schweiz: Atommuell-Fragen muessen jetzt geklaert werden



*Der Bundesrat hat die Etappe 1 des Sachplanverfahrens für die Lagerung
radioaktiver Abfälle abgeschlossen. Damit beginnt die Etappe 2 und die
Lagerstandortsuche wird fortgesetzt, ohne dass ein sicheres Lagerkonzept
vorliegt. Die Schweizerische Energie-Stiftung SES stellt heute den
politischen EntscheidungsträgerInnen die Stellungnahme «Die 12
ungelösten Fragen der Schweizer Atommüllentsorgung» zu und fordert die
umgehende Klärung dieser Fragen.*


*Atommüll XY ungelöst*

Auch nach rund 40 Jahren Forschung ist kein Durchbruch in der Entsorgung
radioaktiver Abfälle in Sicht. Ungelöste Fragen stellen das heute
bestehende Entsorgungskonzept in Frage, die Finanzierung ist nicht
gesichert und die langfristige Sicherheit nicht gewährleistet. Bis heute
weiss niemand, ob das geplante Atommülllager schwere Erdbeben übersteht,
wie es langfristig zu überwachen und zu markieren ist oder wie die
Abfälle bei Lecks allenfalls wieder geborgen werden können. Trotzdem
wird die Suche nach einem Lagerstandort fortgesetzt.


*Zum Scheitern verurteiltes Verfahren*

Mitwirken heisst nicht Mitentscheiden. Im gewählten Vorgehen und seit
Einführung des neuen Kernenergiegesetzes 2005 hat die lokale Bevölkerung
kein Vetorecht mehr gegen ein unsicheres Lager auf ihrem Gemeindegebiet.
Dieses Recht fordern die lokalen Widerstandsorganisationen nun wieder
ein. Die Leute vor Ort wollen weder zu einem Lager überredet, noch über
Steuergeschenke «gekauft» werden, sondern sie wollen über die Sicherheit
eines Lagers an ihrem Lebensort mitentscheiden können. Gelingt dies
nicht, so wird der Widerstand dafür sorgen, dass kein Atommülllager
gebaut werden kann.


*Fragen klären vor Standort wählen*

Die SES stellt die Stellungnahme mit den 12 gravierendsten ungeklärten
Fragen der Schweizer Atommüllentsorgung (siehe Link unten) den
betroffenen EntscheidungsträgerInnen zu. Dies sind insbesondere das neu
gewählte Parlament und alle nationalen Parteien, aber auch das Bundesamt
für Energie (BFE), Nagra, ENSI, die Kommission für nukleare Sicherheit
(KNS) sowie weitere Fachleute. Die Stellungnahme wird von den lokalen
Widerstandsorganisationen an rund 2000 weitere Personen ? Mitglieder,
PolitikerInnen, TeilnehmerInnen der Regionalkonferenzen ? zugestellt.


*Die SES fordert alle Beteiligten auf, sich den wirklich
sicherheitsrelevanten Fragen anzunehmen und die Standortsuche zu
sistieren, bis die ungelösten Fragen geklärt sind.*


» die Stellungnahme
<http://www.energiestiftung.ch/files/textdateien/energiethemen/atomenergie/stellungnahme_atommuell-ungeloest_web.pdf>
auf dem Internet



_Mehr Informationen_

Sabine von Stockar, Projektleiterin Strom&Atom

Tel. 044 275 21 21

Tel. direkt: 044 275 21 25

Mobile: 079 223 56 86

Mail: sabine.vonstockar ät energiestiftung.ch
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