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BUND Regionalverband Südlicher Oberrhein <bund.suedlicher-oberrhein ät bund.net>15. Dec 2011 19:57

Schliessung von Fessenheim im Jahr 2012 "nicht ausgeschlossen"?


*BUND Regionalverband, Wilhelmstr. 24a, 79098 Freiburg*

*Bund für Umwelt und Naturschutz*

*0761/30383, bund.freiburg ät bund.net , www.bund-freiburg.de*

*An die Medien*


*Schließung von Fessenheim im Jahr 2012 "nicht ausgeschlossen"?
*http://vorort.bund.net/suedlicher-oberrhein/schliessung-fessenheim.html*


30 Kilometer südwestlich von Freiburg und 30 Kilometer südöstlich von
Colmar stehen die beiden alten französischen AKW-Reaktoren von
Fessenheim. Die zwei ältesten Druckwasserreaktoren Frankreichs wurden
1977 und 1978 in Betrieb genommen. Die Nutzung der Atomenergie, gerade
auch in Fessenheim, ist eine Gefahr für Mensch und Umwelt, insbesondere
auch weil das AKW schlecht gesichert in einem Erdbebengebiet liegt. Ein
Dammbruch des höher liegenden Rheinkanals könnte das Kraftwerk
überfluten und die außen liegenden "Abklingbecken" sind besonders stark
gefährdet. Das Fundament der Anlage weist eine Dicke von nur 1,5 Metern
auf. Dies ist somit die dünnste Fundamentierung aller französischen
Kernkraftwerke und eine Sanierung käme die französische EDF und die
deutsche EnBW extrem teuer.

Der grenzüberschreitende Widerstand gegen das altersschwache
französische AKW hat im Fukushima-Jahr 2011 gerade auch im Elsass massiv
zugenommen und bei einem Regierungswechsel in Frankreich stünde
Fessenheim auf der rot-grünen Schließungsliste.

Heute gibt es erste Hinweise in den französischen Medien, dass "eine
Schließung des ältesten französischen AKW im Jahr 2012" auch von der
jetzigen französischen Pro-Atomregierung zumindest nicht mehr
ausgeschlossen wird.

"Eine mediale Schwalbe macht zwar noch keine französische Energiewende"
sagt BUND-Geschäftsführer Axel Mayer, aber diese Hinweise zeigen doch
ein vorsichtiges Umdenken. Mit einer Pro-Fessenheim-Politik lässt sich
auch für Herrn Sarkozy im Elsass keine Wahl gewinnen und er braucht jede
Stimme. Dennoch glauben wir an eine Schließung erst, wenn die "alten
Kisten" tatsächlich auch abgeschaltet sind. Und unabhängig von einer
Schließung besteht immer noch die Gefahr des Zubaus von zwei neuen AKW
am erdbebengefährdeten Fessenheimer Standort. Der Bund für Umwelt und
Naturschutz schaut dennoch vorsichtig optimistisch ins nächste Jahr und
auf die Wahl in Frankreich. Der Druck auf die Betreiber, insbesondere in
Frankreich darf jetzt aber nicht nachlassen. Die dringend notwendige
Schließung des französischen AKW würde auch den Druck auf die Schweiz
erhöhen das "Technikmuseum" AKW-Beznau zu schließen.

Axel Mayer, BUND-Geschäftsführer
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