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Auswahl: [Amnesty International]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>5. Jan 2012 23:12

Kamerun: Die wegen vermeintlicher homosexueller Handlungen zu Gefaengnisstrafen verurteilten Maenner muessen freigelassen werden


Kamerun
Die wegen vermeintlicher homosexueller Handlungen zu Gefängnisstrafen
verurteilten Männer müssen freigelassen werden

Press Release - 24. Novenber 2011

Die Regierungsbehörden Kameruns müssen unverzüglich zwei Männer
freilassen, die ein Gericht in Yaoundé wegen homosexueller Handlungen zu
fünf Jahren Gefängnisstrafe verurteilt hat, erklärte Amnesty
International heute.

Ein dritter Mann wurde in Abwesenheit verurteilt. Er war auf Kaution
vorläufig entlassen worden und nicht mehr vor Gericht erschienen. Alle
Drei waren im Juli festgenommen worden. Nach Aussagen der Polizei wurden
sie bei sexuellen Handlungen in einem Auto überrascht.

"Das Gericht in Yaoundé muss die schockierende Verurteilung aufheben, die
diese drei Männer allein auf der Basis ihrer vermuteten sexuellen
Orientierung bestraft", sagte Erwin van der Borght, Direktor des Afrika-
Programms von Amnesty International.

"In Kamerun sind inhaftierte Personen, die wegen solcher Vergehen
angeklagt werden, recht häufig Opfer von Missbrauch und gewalttätigen
Übergriffen durch Mithäftlinge oder GefängniswärterInnen. Die
Regierungsbehörden Kameruns müssen die beiden Männer umgehend freilassen
und das diskriminierende Anti-Homosexuellengesetz ihres Landes
abschaffen", fügte er hinzu.

Alle drei Männer - bekannt unter ihren Vornamen Francky, Jonas und
Hilaire - erhielten die Höchststrafe von 5 Jahren Gefängnishaft, die in
Kamerun für gleichgeschlechtliche Handlungen verhängt werden kann.
Außerdem wurden alle Drei zusätzlich zur Zahlung einer Geldbuße von je
200.000 Francs CFA (ungefähr 300?) verurteilt. Ihr Anwalt hat
Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

Amnesty International hält diese beiden Männer für gewaltlose politische
Gefangene, die nur wegen ihrer vermuteten sexuellen Orientierung
verurteilt wurden.

Homosexualität ist in Kamerun ein Strafdelikt. Das Land erfährt seit
einiger Zeit eine Welle von homosexuellenfeindlichen Verfolgungen.

Mindestens 10 Menschen wurden unter Berufung auf dieses diskriminierende
Anti-Homosexuellen- gesetz in Douala und Yaoundé seit März 2011
festgenommen. Am 28. April wurde Jean Claude Roger Mbede für schuldig
befunden und zu drei Jahren Gefängnishaft verurteilt. Mindestens sechs
weitere Personen, die im Juli und August festgenommen worden waren, sind
immer noch im Gefängnis, drei Männer wurden festgenommen und später
wieder freigelassen.

"Die strafrechtliche Verfolgung von Erwachsenen wegen einvernehmlicher
privater sexueller Handlungen unter Berufung auf das kamerunische
Strafgesetz steht in eindeutigem Widerspruch zu Internationalen
Menschenrechtsabkommen, die Kamerun unterzeichnet und ratifiziert hat."

"Die Regierung Kameruns muss Maßnahmen ergreifen um Festnahmen,
Verhaftungen und Schikanierungen von Menschen aufgrund ihrer
vermeintlichen oder tatsächlichen sexuellen Identität ein Ende zu
setzen", schloss Erwin van der Borght.

(Übersetzung ins Deutsche durch die Koordinationsgruppe Kamerun (2017) Es
gilt das englische Original.)
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