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Auswahl: [Amnesty International]
Sabine Ellersick <S.ELLERSICK ät NADESHDA.org>15. Dec 2011 19:14

Iran: Welle von Hinrichtungen im Kampf gegen Drogen


Verdreifachung der Hinrichtung seit 2009
Deutsche Bundespolizei unterstützt Iran bei der Verfolgung der
Drogenkriminalität

Iran: Welle von Hinrichtungen im Kampf gegen Drogen

15. Dezember 2011 - Bereits 600 Menschen sind 2011 im Iran hingerichtet
worden, davon mindestens 488 wegen Drogendelikten. Diese Zahlen hat
Amnesty International für ihren am 15. Dezember veröffentlichten Bericht
über die Drogenbekämpfung im Iran zusammengetragen. Für 2009 hatte die
Organisation 166 Hinrichtungen wegen Drogendelikten gezählt, etwa zwei
Drittel weniger als 2011. Die Welle von Hinrichtungen setzte Mitte 2010
mit Massenexekutionen in Gefängnissen ein. Allein im Vakilabad-Gefängnis
in Mashad, der zweitgrößten Stadt Irans, wurden am 4. August 2010 mehr
als 89 Gefangene exekutiert.

"Die Todesurteile werden in unfairen Verfahren gefällt, Geständnisse mit
Folter erpresst", erklärt dazu die Iran-Expertin von Amnesty
International in Deutschland, Ruth Jüttner. Besonders betroffen von den
Todesurteilen im Kampf gegen die Drogen seien Angehörige ethnischer
Minderheiten und Ausländer, insbesondere Afghanen. "Wir haben sogar
Hinweise, dass Afghanen ganz ohne Prozess hingerichtet wurden," so
Jüttner.

Die Menschenrechtsorganisation kritisiert auch westliche Staaten, die den
Iran bei der Bekämpfung des illegalen Drogenhandels unterstützen. So
zahle die Europäische Union 9,5 Millionen Euro für ein im Iran
angesiedeltes Projekt zur regionalen Drogenbekämpfung. Im Rahmen dieses
Projekts unterstütze die deutsche Bundespolizei den Aufbau von
kriminaltechnischen Labors in der Region. "Wenn die Bundesrepublik in dem
Bereich mit den iranischen Behörden zusammenarbeitet, dann muss sie diese
Kooperation nutzen, um sich nachdrücklich gegen die Todesstrafe bei
Drogendelikten einzusetzen," so Jüttner. "Das wäre der erste Schritt, um
die Todesstrafe im Iran ganz abzuschaffen."

Für weitere Informationen kontaktieren Sie bitte die Pressestelle. Gerne
senden wir Ihnen auf Anfrage den 62-seitigen Bericht "Addicted to Death"
zu.
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